Erhöhung der Lebensqualität
Erhöhung der Lebensqualität
Was heißt das konkret?
Tourismus ist Teil der Regionalentwicklung und trägt (Mit-)Verantwortung für Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt vor Ort. Entscheidend ist, welche konkreten Beiträge der Tourismus für die Einheimischen leisten kann – und wie diese gemeinsam mit Partner*innen umgesetzt werden.
Gemeinsam mit Akteur*innen der Regionalentwicklung und Kommunen kann der Tourismus zur sozialen Infrastruktur beitragen, etwa durch Begegnungsorte, offene Räume und multifunktionale Flächen, die von Einheimischen und Gästen genutzt werden. Auch neue Formen des Aufenthalts und soziale Innovationen, zum Beispiel Coworking oder Coworkation in der Nebensaison, eröffnen aus touristischer Perspektive neue Potenziale und können Aufenthaltsqualität und Identifikation stärken. So wird der Beitrag des Tourismus zum Gemeinwohl konkret: durch lebenswerte Räume, mehr Aufenthaltsqualität, stärkere Identifikation und eine langfristig tragfähige Nutzung von Angeboten und Infrastrukturen.
Was ist zu tun?
- Sie reinvestieren touristische Einnahmen, zum Beispiel Abgaben, um die Infrastruktur vor Ort gezielt und transparent zu verbessern.
- Sie entwickeln gemeinsam mit Partner*innen Angebote und Orte für Bewohner*innen, etwa Kultur- und Bewegungsangebote in der Nebensaison, Dorf- oder Stadtteil-Treffpunkte oder multifunktional genutzte Tourist-Infos und Veranstaltungsflächen, und stärken so Gemeinschaft und Teilhabe.
- Sie wirken bei Zielkonflikten als moderierende, datenliefernde oder steuernde Partnerin: Sie bündeln Bedarfe, bringen touristische Perspektiven in kommunale Prozesse ein und unterstützen Lösungen durch Daten, Pilotprojekte und klare Zuständigkeiten. Ziel ist der touristische Beitrag zum nachhaltigen Regionalmanagement.
Welche Rolle hat die DMO?
Die Grafik zeigt die Rolle der DMO bei dem Kriterium Erhöhung der Lebensqualität auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die gelbe Verlaufskurve fällt von links nach rechts leicht und bleibt insgesamt auf einem moderaten Niveau. DMO hat hier primär eine koordinierende Rolle.
Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig.
Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 2 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 4 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 2 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 3 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 2 von 5 Punkten
Nächstes Handlungsfeld
Mit der „Matrix für zukunftsfähige Destinationsentwicklung“ bietet die Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM) ein praxisnahes Arbeitsmittel für DMOs an. Die Matrix ist inspiriert von der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und beschreibt 15 Aufgabenfelder aus dem Arbeitsalltag einer DMO mit Leitfragen und Beispielen, die sie dabei unterstützen, die eigene Destination zukunftsfähig zu gestalten. Sie versteht sich ausdrücklich nicht als verpflichtendes Regelwerk, sondern als Leitlinie, Werkzeug und Wissensschatz für die Praxis. Ziel ist, Verantwortung für das Allgemeinwohl zu übernehmen und die Lebensqualität von Einheimischen und Gästen zu verbessern.