Materielle und immaterielle Kulturgüter
Materielle und immaterielle Kulturgüter
Was heißt das konkret?
Zum Kulturerbe gehören sowohl materielle Kulturgüter wie historische Bausubstanz, Museen, Sammlungen oder Kulturlandschaften als auch immaterielle Formen wie Bräuche, Feste, Sprache oder Dialekt, Handwerk sowie regionale Genuss- und Alltagskultur. Diese kulturellen Ressourcen sind für viele Gäste ein wichtiger Reiseanlass, zugleich aber empfindlich gegenüber Überformung, Vereinfachung oder rein kommerzieller Nutzung.
Der Tourismus trägt Verantwortung für ihren Schutz und vermittelt kulturelles Erbe respektvoll und im Dialog mit lokalen Akteur*innen. Authentizität steht dabei vor Inszenierung: Kulturgüter werden nicht nur vermarktet, sondern erklärt und wertgeschätzt. Bei lebendigen Traditionen ist gemeinsam zu klären, ob und wie eine touristische Vermittlung sinnvoll ist. So bleibt kulturelle Vielfalt als gesellschaftlicher Wert erhalten und stärkt zugleich das touristische Erlebnis.
Was ist zu tun?
- Sie sorgen dafür, dass das Kulturerbe der Destination bekannt ist und strukturiert aufbereitet wird, zum Beispiel als Verzeichnis, Themencluster oder Produktlinie.
- Sie stellen wichtige Kulturgüter in der Kommunikation der Destination authentisch, realitätsnah und zielgruppengerecht dar.
- Sie greifen kulturelle Besonderheiten in Kommunikation und Marketing wertschätzend auf – ohne Stereotype oder unpassende Kommerzialisierung (zum Beispiel Dialekte, Feste, Kunst und Handwerk oder regionale Gastronomie).
- Sie bringen die touristische Perspektive in Prozesse zum Schutz und zur Weiterentwicklung des kulturellen Erbes ein, etwa bei Bau- und Nutzungsvorhaben, Förder- und Sanierungsprozessen sowie im Veranstaltungs- und Besuchermanagement – auch dort, wo Tourismus potenziell belastet.
- Sie vermitteln Kulturerbe verständlich und barrierearm, in passenden Formaten und – wo relevant – mehrsprachig.
- Sie entwickeln touristische Angebote auf Basis des lokalen Natur- und Kulturerbes in Abstimmung mit kulturellen Akteur*innen.
Welche Rolle hat die DMO?
Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Materielle und immaterielle Kulturgüter auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die gelbe Verlaufskurve fällt von links nach rechts leicht ab und bleibt insgesamt auf einem moderaten Niveau. Die DMO hat primär eine koordiniertende Rolle ebenso aber auch impulsgebend und verantwortend.
Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig.
Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 2 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 3 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 3 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 1 von 5 Punkten