Regionaltypisches Landschafts- und Ortsbild

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unsplash/pauliba Herpel

Soziokultur / Lebendige Kultur

Regionaltypisches Landschafts- und Ortsbild

Was heißt das konkret?

Viele Gäste suchen eine harmonische und regionaltypische Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte gewachsen ist. Gerade dieses charakteristische Bild ist oft ein zentraler Grund für die Reiseentscheidung – und stärkt zugleich Lebensqualität und Identifikation vor Ort. Wird diese Regionaltypik durch unkoordinierte touristische Infrastruktur, Zersiedlung oder visuelle Überformung geschwächt, kann das die Wettbewerbsfähigkeit und Glaubwürdigkeit der Destination mindern.

Touristische Entwicklung sollte sich daher am Naturraum und an der regionalen Baukultur orientieren. Dafür braucht es eine enge Abstimmung der DMO mit kommunalen Stellen, regionalen Initiativen sowie Akteur*innen aus Tourismus und Naturschutz – insbesondere bei Infrastrukturplanungen und dem Erhalt von Kulturlandschaften und Ortsbild. Authentizität und Regionaltypik werden dabei bewusst gefördert. Der Tourismus übernimmt Verantwortung für das Bild der Region und versteht Gestaltung als Teil nachhaltiger Destinationsentwicklung.
 

Was ist zu tun?

  • Sie stimmen Landschafts-, Raum- und touristische Infrastrukturplanungen frühzeitig aufeinander ab – mit Tourismusunternehmen, kommunaler Planung sowie Natur- und Landschaftsschutz. Dafür arbeiten sie mit Zielvereinbarungen oder festen Abstimmungsroutinen.
  • Sie bringen sich in touristische Infrastrukturplanungen ein und wirken darauf hin, dass Freiflächen naturnah, regionaltypisch und mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet werden.
  • Sie unterstützen Projekte zum Erhalt traditioneller Kulturlandschaften durch eine abgestimmte Bewirtschaftung, zum Beispiel die Pflege von Streuobstwiesen, Beweidung oder Mahd sowie den Erhalt von Hecken, Trockenmauern oder historischen Wegeverbindungen.
  • Sie unterstützen Projekte zum Erhalt und zur Aufwertung des kulturhistorischen Ortsbildes, architektonischer Besonderheiten und der regionalen Baukultur.

Welche Rolle hat die DMO?

Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Regionaltypisches Landschafts- und Ortsbild auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die gelbe Verlaufskurve fällt von links nach rechts ab. Die DMO hat hier eine koordinierende Rolle. 

Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig. 

Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 1 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 4 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 3 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 1 von 5 Punkten

Gutes Beispiel UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin macht ein Baukulturwettbewerb Projekte sichtbar, die regionaltypisches Bauen mit einer behutsamen Orts- und Landschaftsentwicklung verbinden. Prämiert werden unter anderem Sanierungen, Neubauten, Freiraumgestaltungen sowie Konzepte, die Klimaschutz, Anpassung an den Wandel und eine hohe Gestaltungsqualität vereinen. Der Wettbewerb wurde 2025 im Rahmen des Nachhaltigkeitspreises des Landes Brandenburg in allen drei Biosphärenreservaten (Spreewald, Flusslandschaft Elbe und Schorfheide-Chorin) durchgeführt und würdigt Bauqualität, regionale Identität und Nachhaltigkeit im ländlichen Raum.