Förderung von Chancengleichheit

copyright
unsplash/pauliba Herpel

Soziokultur / Gute Arbeit

Förderung von Chancengleichheit

Was heißt das konkret?

Chancengleichheit bedeutet, dass Vielfalt und Gleichbehandlung die Destinationskultur prägen. Unterschiedliche Lebensrealitäten, Hintergründe und Perspektiven – etwa in Bezug auf Alter, Geschlecht, Sexualität, Behinderung oder Migrationsgeschichte – werden anerkannt und wertgeschätzt. Diskriminierungsfreie Strukturen stärken Vertrauen, Motivation und Bindung und fördern Innovation, da mehr Perspektiven in Entscheidungen und Angebotsentwicklung einfließen. Gleichzeitig wachsen die gesellschaftlichen Erwartungen an Gleichstellung und Inklusion. Fehlende Sensibilität kann deshalb der Reputation schaden und die Attraktivität der Destination als Arbeitgeberin mindern.

Konkret heißt das: Intern setzt die DMO klare Standards gegen Benachteiligung und Ausgrenzung und schafft Rahmenbedingungen für Teilhabe. Sie stärkt Weltoffenheit und Respekt in der Destination und macht Chancengleichheit als Teil nachhaltiger Entwicklung sichtbar – nicht als Zusatz, sondern als Qualitätsmerkmal guter Arbeit und glaubwürdiger Destinationskultur.
 

Was ist zu tun?

  • Sie bekennen sich als DMO klar zu Toleranz, Weltoffenheit und demokratischen Grundwerten.
  • Sie setzen DEI-Maßnahmen (Diversity, Equity, Inclusion) um – auch in Bildsprache und Kommunikation, zum Beispiel durch leichte Sprache.
  • Sie fördern Geschlechtergerechtigkeit in der DMO, beispielsweise durch transparente Karriere- und Vergütungsstrukturen, familienfreundliche Arbeitsmodelle sowie Maßnahmen gegen Diskriminierung und (sexualisierte) Belästigung.
  • Sie binden Frauen, Jugendliche, marginalisierte Gruppen und Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung der DMO ein und stärken ihren Anteil in Führungspositionen, etwa durch Talentförderung, Mentoring und faire Auswahlverfahren.
  • Sie bieten gezielte Aus- und Weiterbildung an und kommunizieren diese aktiv – intern und, wo passend, auch in die Destination hinein.

Welche Rolle hat die DMO?

Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Förderung von Chancengleichheit auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die gelbe Verlaufskurve steigt von links nach rechts deutlich an. Due DMO hat eine impulsgebende und primär verantwortende Rolle. 

Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig. 

Strategische Verankerung 2 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 1 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 2 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 4 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 2 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 1 von 5 Punkten

„DEI“ (Diversity, Equity, Inclusion)

Der Begriff „DEI“ (Diversity, Equity, Inclusion) geht auf die US-amerikanische Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspraxis im Arbeitsleben zurück und wurde später als Ansatz des Diversity Managements weiterentwickelt. Heute steht DEI für ein Arbeitsumfeld, das Vielfalt sichtbar macht, Chancengleichheit fördert und Zugehörigkeit ermöglicht – mit dem Ziel eines diskriminierungsfreien Miteinanders. Typische Maßnahmen in einer DMO sind klare Zuständigkeiten und Ziele, wie etwa eine DEI-Ansprechperson oder ein Maßnahmenplan, diskriminierungssensible Personalprozesse wie Stellenanzeigen, Auswahlverfahren und barrierearme Bewerbungen, Schulungen zu Bias und Antidiskriminierung sowie eine inklusive Kommunikation und Bildsprache, etwa in leichter Sprache.

Quelle: Mogilski, J., Jussim, L., Wilson, A., & Love, B. (2025). Defining diversity, equity, and inclusion (DEI) by the scientific (de)merits of ist programming. Theory and Society, 54, S. 1173–1186.

Charta der Vielfalt

Die Charta der Vielfalt ist Deutschlands größte Initiative von Arbeitgebenden für Vielfalt in der Arbeitswelt. Sie wurde 2006 ins Leben gerufen und wird vom gemeinnützigen Verein Charta der Vielfalt e. V. mit Sitz in Berlin getragen. Mit ihrer Unterzeichnung verpflichten sich Organisationen freiwillig zu einem wertschätzenden und vorurteilsfreien Arbeitsumfeld, in dem Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung oder Identität gleichbehandelt werden. Die Unterzeichnung setzt ein klares Signal nach innen und außen und kann als Rahmen dienen, um DEI-Ziele und entsprechende Maßnahmen in der Organisation zu verankern.

Quelle: https://www.charta-der-vielfalt.de/