Schutz von sensiblen Lebensräumen
Schutz von sensiblen Lebensräumen
Was heißt das konkret?
Intakte und störungsarme Lebensräume sind eine zentrale Grundlage für die touristische Attraktivität einer Region und prägen Landschaftsbild, Naturerlebnis und Aufenthaltsqualität. Ihr Schutz sollte daher von Beginn an berücksichtigt werden – nicht erst als Reaktion auf Schäden, sondern präventiv. Gäste erleben Biodiversität oft ganz selbstverständlich, etwa in einem Mosaik aus Offenland, Wald- und Weideflächen, Gewässern und landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Konkret heißt das: Die DMO prüft touristische Aktivitäten regelmäßig auf ihre Auswirkungen auf Natur und Artenvielfalt. Grundlage dafür ist die Kenntnis über gefährdete Arten, sensible Lebensräume in der Destination sowie deren Bezug zu touristischen Nutzungen. So übernimmt der Tourismus Mitverantwortung für den Erhalt natürlicher Lebensräume und unterstützt Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität. Eine glaubwürdige Nachhaltigkeitspositionierung setzt voraus, dass Leistungsträger*innen, Reiseleitungen und Gäste für den Schutz von Ökosystemen sensibilisiert und qualifiziert werden.
Was ist zu tun?
- Sie berücksichtigen den Schutz von sensiblen Lebensräumen, gefährdeten Arten sowie Ruhe- und Brutzeiten bei der Erstellung und Vermarktung von touristischen Aktivitäten.
- Sie stimmen touristische Handlungsoptionen mit Naturschutzakteur*innen ab und bewerten sie gemeinsam.
- Sie entwickeln und unterstützen gemeinsam mit zuständigen Akteur*innen geeignete Maßnahmen zum Schutz sensibler Arten und Lebensräume.
- Zusammen mit Partner*innen sensibilisieren und qualifizieren Sie Leistungsträger*innen, Reiseleitungen und Gäste für den Schutz sensibler Ökosysteme.
Welche Rolle hat die DMO?
Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Schutz sensibler Lebensräume auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die grüne Verlaufskurve fällt von links nach rechts ab. Die DMO hat eine primär koordinierende Rolle und implusgebend.
Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig.
Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 3 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 5 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 2 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 3 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 2 von 5 Punkten
Nächstes Kriterium
Nationale Naturlandschaften
Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) sind das Bündnis der deutschen Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete. Sie stehen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Gemeinsam mit den Menschen bewahren sie auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands faszinierende Natur, vermitteln Freude beim Erleben der Natur und gestalten die Zukunft mit Zuversicht nachhaltig. Träger der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ sind die Verbände Nationale Naturlandschaften e. V. und Verband Deutscher Naturparke e. V.
Nationale Naturlandschaften e. V. betreibt unter anderem das integrative Monitoring und bewertet dazu zentrale Indikatoren in Nationalparken und Biosphärenreservaten. Ergebnisse sind über eine webbasierte Datenbank als Berichte und Visualisierungen abrufbar und unterstützen Abstimmung sowie transparente Kommunikation.
Natura 2000
Natura 2000 ist das europaweite Netz von Schutzgebieten zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Es umfasst Gebiete, die nach der EU-Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden, und dient dem Schutz besonders wertvoller Arten und Lebensräume. Für Tourismusdestinationen sind Natura 2000-Gebiete häufig ein bedeutender Teil des natürlichen Angebots und zugleich ein sensibler Raum, der besondere Rücksicht erfordert.
Touristische Nutzung und Naturschutz schließen sich dabei nicht aus, wenn Angebote naturverträglich gestaltet, Gäste gut informiert und Besucherströme entsprechend gelenkt werden. Eine enge Abstimmung mit Naturschutzbehörden, Schutzgebietsverwaltungen und weiteren Akteur*innen vor Ort hilft, Naturerlebnisse zu ermöglichen und gleichzeitig die Schutzziele der Gebiete zu sichern.