Schutzgebiete in der Destination

Schutzgebiete in der Destination

Bereich: Tourismus und natürliche Vielfalt

Informationen

Allgemeine Informationen

Relevanz/Aussagekraft:

Der Indikator zeigt, welcher Anteil der Destinationsfläche unter Naturschutz steht – durch anerkannte Großschutzgebiete (Naturparks, Biosphärenreservate und Nationalparks). Ein hoher Schutzgebietsanteil deutet auf besondere naturräumliche Qualitäten und Anforderungen an einen behutsamen Umgang mit Flächen und dem Besuchsdruck hin.

Er unterstützt die Bewertung, wie stark eine touristische Entwicklung mit Naturschutzbelangen in Einklang gebracht werden muss, und liefert eine wichtige räumliche Bezugsgröße für weitere Nachhaltigkeitsindikatoren. 
Die Problemrelevanz ist als mittel einzustufen, da der Flächenanteil allein noch keine Aussage über Nutzungskonflikte oder Schutzwirksamkeit trifft. Dennoch ist der Indikator ein sinnvoller Baustein zur Einschätzung von Belastbarkeit, Planungsbedarf und Entwicklungsspielräumen. 


Definitionen/Begriffsklärungen:

Schutzgebiet: Schutzgebiete sind klar abgegrenzte Flächen, die dem Schutz von Natur, Landschaft und Biodiversität dienen. Dazu zählen insbesondere Großschutzgebiete wie Naturparks, Biosphärenreservate und Nationalparks sowie Naturschutzgebiete (NSG). In Städten können darüber hinaus auch geschützte Grünanlagen, die unter Naturschutz stehen, eine wichtige Rolle einnehmen, da sie sowohl ökologische Funktionen als auch Erholungsräume sichern. Im Zweifel kann der Schutzstatus aus Expertensicht beantwortet werden.


Empfohlene Ebene:

Es wird sowohl die regionale, lokale als auch die Landesebene empfohlen.


Limitationen/Weiterentwicklungsbedarf:

Der Indikaor ist derzeit (noch) nicht ohne methodische Hürden ermittelbar. Es ist zunächst eine Erprobung (z.B. im Rahmen eines Forschungsprojektes) wichtig, um lückenhafte GIS-Daten, fehlendes Detailwissen und Anwendungsroutine zu erkunden.

Darüber hinaus bestehen aktuell noch Unsicherheiten in der Detailkenntnis und Anwendungsroutine.

Erhebung

Parameter:

Anteil der geschützten Gebiete an der gesamten Destinationsfläche
Einheit: %


Datenquelle:

- Nationale Naturlandschaften e.V. 

- Amtliche Tourismusstatistik

- Großschutzgebiete sind kartografisch festgehalten und somit über Geo-Informationssysteme verfügbar


Erhebnungsfrequenz:

Alle 5 Jahre


Schritte zur Erhebung:

Generell gilt:

- Wichtig ist, dass die Destinationsfläche erfasst wird, da sie nicht immer trennscharf mit Gemeindegrenzen gezogen wird

- Gleiches gilt für die Fläche von Schutzgebieten, die auch oft landschaftsbezogen abgegrenzt wird.

Möglichkeit 1:

1. Anfrage über Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

Möglichkeit 2:

1. Erfassung der Gesamtfläche der Destination sowie der Schutzflächen in QGIS in separaten Vektorlayern. (Datengundlage: Eigene Kartierung oder ggf. Datenabruf über Dienste wie OpenStreetMap o. ä.)

2. Flächenberechnung Destination: Attributtabelle des Destinations-Layers öffnen und über den Feldrechner ermitteln

3. Schnittmenge zwischen Destination-Layer und Schutzgebiete-Layer bilden, aus Ergebnis der Schnittmenge im Feldrechner die Fläche berechnen

4. Umrechnung in Prozent
 

 


     
 

 

Auswertung

Gewünschte Entwicklungsrichtung & Zielbezüge: 

Die Messung der Entwicklung dieses Indikators muss noch geprüft werden. Ein Benchmarking zwischen Destinationen erscheint derzeit wenig sinnvoll. Sinnvoller ist die Nutzung des Indikators zur Planung und Bewertung von Entwicklungsmaßnahmen, insbesondere im Hinblick auf Besucherlenkung und Besucherbelastung.


Interpretationshilfe: 

Bei der Interpretation des Indikators ist zwischen städtischen und Flächendestinationen zu unterscheiden. In Städten ist der Anteil an Schutzgebieten in der Regel deutlich geringer als in großflächigen Destinationen und es existiert oftmals eine hohe Anzahl an Park- und Erholungsflächen, weshalb die Bewertung stets im kontextuellen Vergleich erfolgen sollte.

Da die Erhebung auf allen Ebenen geplant ist, empfiehlt sich zudem eine Kategorisierung nach Schutzgebietsstatus, die gegebenenfalls auch Vergleiche zwischen Destinationen ermöglicht.
 

 

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