Naturnahe Flächen und Außenanlagen

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unsplash/pauliba Herpel

Ökologie / Biologische Vielfalt

Naturnahe Flächen und Außenanlagen

Was heißt das konkret?

Das wirtschaftliche Potenzial barrierearmer Angebote ist bereits groß und wird durch den demografischen Wandel weiter wachsen. Tourismusangebote sollten daher so gestaltet sein, dass sie möglichst viele Menschen selbstbestimmt nutzen können. Barrierefreiheit ist zugleich Qualitätsmerkmal und Menschenrechtsfrage: Unterschiedliche Bedürfnisse – etwa bei Mobilität, Sehen, Hören oder Verstehen – sollten deshalb in der Angebotsgestaltung berücksichtigt werden.

Entscheidend sind dabei nicht nur bauliche Zugänglichkeit, sondern auch verständliche Kommunikation. Gäste benötigen transparente und verlässliche Angaben zur Zugänglichkeit und Nutzbarkeit. Als Teil der Destinationsentwicklung erhöht Barrierefreiheit die Aufenthaltsqualität für alle – von Familien mit Kinderwagen bis zu Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen.

Was ist zu tun?

  • Sie verwenden auf eigenen Flächen heimische und standortgerechte Pflanzen und verzichten auf Pestizide und Herbizide.
  • Sie fördern auf eigenen oder mitgestalteten Flächen eine hohe Strukturvielfalt, etwa durch naturnahe Teilbereiche, unterschiedliche Vegetationen oder Lebensräume für Tiere.
  • Bei der Gestaltung greifen sie das natürliche und kulturelle Erbe der Destination auf.
  • Sie achten bei Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen darauf, die Auswirkungen auf Landschaft und Natur so gering wie möglich zu halten.
  • Sie wirken gemeinsam mit Partner*innen darauf hin, dass auch andere touristisch genutzte Flächen naturnah gestaltet und gepflegt werden.

Welche Rolle hat die DMO?

Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Naturnahe Flächen und Außenanlagen auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die grüne Verlaufskurve steigt von links nach rechts deutlich an. Die DMO hat betreffend der eigenen Außenanlage und Fläche primär eine verantwortende Rolle. 

Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig. 

Strategische Verankerung 2 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 3 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 3 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 4 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 2 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 1 von 5 Punkten

Tipps zur naturnahen Gestaltung von Firmenflächen

Schon kleine Veränderungen können die Biodiversität fördern.  Gute Ansatzpunkte sind begrünte Dächer und Fassaden, Entsiegelung oder Ökopflaster für mehr Versickerung und Kühlung, heimische Wildblumenflächen statt Intensivrasen (Rasen nur dort, wo er wirklich nötig ist), standortgerechte Stauden und Gehölze mit ganzjähriger Struktur, insektenfreundliche Beleuchtung mit warmweißem Licht, geringer Wattzahl und nur wo und wann nötig, sowie Wasserstellen, Tränken und Nist- oder Strukturelemente wie Insektenhotels oder Naturmauern. Viele dieser Maßnahmen eignen sich auch als Teamaktionen, die Akzeptanz schaffen und die Wirkung sichtbar machen – vom gemeinsamen Gärtnern bis zum Bau von Insektenhotels.

Quelle: Global Nature Fund (2019). Biodiversity premises: Lernen Sie naturnahe Firmengelände kennen. www.biodiversity-premises.eu/de