Tourismusakzeptanz

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unsplash/pauliba Herpel

Soziokultur / Gemeinschaft & Soziale Teilhabe

Tourismusakzeptanz

Was heißt das konkret?

Tourismusakzeptanz entsteht dort, wo Tourismus als Teil der lokalen Lebensrealität verstanden und gemeinsam gestaltet wird. Denn die Bevölkerung vor Ort prägt die Qualität des touristischen Angebots genauso wie die touristischen Betriebe. Die Menschen vor Ort müssen sich mit der Entwicklung ihrer Region identifizieren können und das Bild der Region mittragen und mitprägen.

Dafür nimmt die DMO Erwartungen, Kritik und Sorgen der Bevölkerung ernst und macht transparent, wie sich der Tourismus auf Wohnraum, Verkehr, Preise und damit die Lebensqualität auswirkt. Akzeptanz entsteht nicht von selbst, sondern durch aktiven Dialog und echte Beteiligung. Die Perspektive der Bevölkerung fließt deshalb in strategische Entscheidungen ein, etwa bei Angebotsentwicklung, Gästelenkung oder Kommunikation. Ziel ist es, Wahrnehmungen und Zielkonflikte früh zu erkennen, offen zu verhandeln und die Ergebnisse nachvollziehbar in Entscheidungen zu überführen. Dies stärkt die Authentizität und soziale Stabilität der Destination und trägt so zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit bei.
 

Was ist zu tun?

  • Sie bieten niedrigschwellige Möglichkeiten, Erwartungen, Bedenken und Zufriedenheit zu äußern – digital wie analog. Rückmeldungen werten Sie regelmäßig aus und spiegeln Ergebnisse sowie Maßnahmen zurück.
  • Sie führen dialogorientierte Formate wie Bürger*innengespräche, Workshops oder Sprechstunden durch und lassen die Ergebnisse nachvollziehbar in Planungen einfließen.
  • Sie kommunizieren wichtige Entscheidungen und strategische Entwicklungsziele der Destination gegenüber der Bevölkerung transparent und beantworten zentrale Fragen wie: Warum? Was ändert sich? Wer profitiert?

Indikator: Tourismusakzeptanzsaldo

Differenz zwischen dem Anteil der positiv eingestellten Bewohner*innen (Top 2) und dem Anteil der negativ eingestellten Bewohner*innen (Low 2)

Welche Rolle hat die DMO?

Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Tourismusakzeptanz auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die gelbe Verlaufskurve steigt von links nach rechts deutlich an. Die DMO hat eine primär verantwortende Rolle. 

Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig. 

Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 2 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 3 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 2 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 4 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 1 von 5 Punkten

Tourismusakzeptanzsaldo

Der Tourismusakzeptanzsaldo misst, wie die Bevölkerung den Tourismus in einer Destination bewertet. Er dient als zentraler Stimmungsindikator und zeigt, wie Tourismus in der Region wahrgenommen wird und ob positive oder negative Wahrnehmungen überwiegen. Je höher der Wert, desto größer die Akzeptanz. Negative Werte deuten auf Konfliktpotenzial und Handlungsbedarf hin. Statistik Austria stellt die Tourismusakzeptanz in Österreich interaktiv auf Karten dar – mit Detailinformationen bis in kleine Räume, unter anderem über modellbasierte Schätzungen auf Gemeindeebene.
Quelle: Statistik Austria. (2025, 5. November) Tourismusakzeptanz.