Regionale und nachhaltige Leistungskette

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unsplash/pauliba Herpel

Ökonomie / Regionale Wertschöpfung

Regionale und nachhaltige Leistungskette

Was heißt das konkret?

Eine regionale und nachhaltige Leistungskette bedeutet, dass touristische Angebote in der Destination möglichst konsequent auf Leistungen aus der Region und aus nachhaltigerer Produktion aufbauen – von der Verpflegung über Mobilität bis hin zu Produkten, Services und Erlebnissen. Dabei werden sowohl die touristische Leistungskette – also alle Teilleistungen des Gästeerlebnisses – als auch die zugehörigen Lieferketten (Beschaffung und Vorleistungen) berücksichtigt. Konkret heißt das zum Beispiel: Die Gastronomie bevorzugt regionale Lebensmittel und Getränke, bindet regionale Betriebe fest als Partner*innen ein und gestaltet aktiv die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Regional bedeutet jedoch nicht automatisch nachhaltig. Entscheidend ist daher, dass regionale Produkte und Dienstleistungen zusätzlich nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählt werden.

So bleibt mehr Wertschöpfung in der Region, die kulturelle Identität wird gestärkt und die Klimabilanz verbessert sich. Da die Umstellung oft komplex ist, übernimmt die DMO hier eine koordinierende Rolle, erleichtert Kooperationen und schafft passende Rahmenbedingungen.

Was ist zu tun?

  • Sie haben gemeinsam mit touristischen Leistungsträger*innen eine „Regionalitätsregel“ für Ihre Destination erarbeitet.
  • Sie arbeiten mit Initiativen, Verbänden und Institutionen zusammen, um Absatz und Vermarktung lokaler Betriebe zu unterstützen, beispielsweise durch Kooperationen mit Regionalmarken.
  • Sie unterstützen die Integration regionaler, nachhaltiger und fair gehandelter Produkte in die touristische Dienstleistungskette, etwa über Vermarktungsplattformen.
  • Sie fördern den Einsatz lokaler Lebensmittel in der Gastronomie, zum Beispiel durch gute Beispiele, Rezeptideen oder geeignete Austauschformate.
  • Sie machen regionale Akteur*innen in touristischen Angeboten, Erlebnissen und der Kommunikation sichtbar.
  • Sie begleiten Kampagnen, Kooperationen, Veranstaltungen und Workshops, um Leistungsträger*innen und Gäste für Regionalisierung zu sensibilisieren.

Welche Rolle hat die DMO?

Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Regionale und nachhaltige Leistungskette auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die blaue Verlaufskurve fällt von links nach rechts leicht ab und bleibt insgesamt auf einem moderaten Niveau. Die DMO hat primär eine koordinierende und im impulsgebende Rolle. 

Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig. 

Strategische Verankerung 2 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 2 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 1 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 5 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 3 von 5 Punkten

Warum das wichtig ist?

Warum das wichtig ist: Je mehr regionale Produkte und Dienstleistungen Teil der Leistungskette sind, desto mehr Wertschöpfung bleibt vor Ort; regionale Produzent*innen profitieren indirekt vom Tourismus. Gleichzeitig können nachhaltige und regionale Leistungen die Klimabilanz touristischer Angebote verbessern und kulturelles Erbe sowie Traditionen sichtbar machen. Da die Umstellung oft komplex ist, kann die DMO vorbereitend wirken – etwa indem sie Kooperationen stärkt und verlässliche Rahmenbedingungen schafft, die die Einbindung regionaler Anbieterinnen erleichtern.
Ziel ist es, touristische Leistungen so zu bündeln, dass Wertschöpfung in der Region bleibt, regionale Akteur*innen sichtbar werden und das Angebot zugleich glaubwürdig und zukunftsfähig ausgerichtet ist.
 

Regionalitätsregel

Eine Regionalitätsregel legt fest, was in einer Destination als „regional“ gilt. Dafür werden klare geografische Grenzen definiert, die eine eindeutige Zuordnung zur Region ermöglichen. Ein Produkt gilt als regional, wenn ein wesentlicher Schritt seiner Erzeugung oder Verarbeitung in der definierten Region stattfindet, die Herkunft seiner Hauptzutaten benannt und offengelegt wird, welche Betriebe an der Produktion beteiligt sind. Entscheidend sind dabei Transparenz und Aktualität.

Gutes Beispiel FEINHEIMISCH

FEINHEIMISCH (Genuss aus Schleswig-Holstein e. V.) zeigt, wie sich regionale und zugleich geprüfte Produkte in touristische Angebote integrieren lassen. Produzierende und verarbeitende Betriebe sowie Gastronomie und Handel werden unter einer gemeinsamen Kennzeichnung vernetzt und sichtbar gemacht. Die teilnehmenden Betriebe orientieren sich dabei an klaren Kriterien für Herkunft und Qualität. Auf diese Weise finden Gäste regionale Spezialitäten leichter wieder – im Restaurant, beim Einkauf oder als Mitbringsel. Dadurch entstehen stabile Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette, die regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und die Identität der Region erlebbar machen.