Nachhaltige Beschaffung

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unsplash/pauliba Herpel

Ökonomie / Regionale Wertschöpfung

Nachhaltige Beschaffung

Was heißt das konkret?

Nachhaltige Beschaffung bedeutet, dass die DMO Produkte und Dienstleistungen nach klaren, nachvollziehbaren Nachhaltigkeitskriterien einkauft und touristischen Akteur*innen vorgibt, sich ebenfalls daran zu orientieren. Konkret heißt das: Für wiederkehrende Beschaffungen und Vergaben werden verbindliche Richtlinien festgelegt, die zu dem Leitbild und den Zielen der Destination passen und auch bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben Anwendung finden. Dabei geht es nicht nur um die Einführung „besserer“ Alternativen, sondern auch darum, problematische Produkte, Materialien oder Dienstleistende schrittweise auszuschließen – denn beides gehört zusammen.

Konsequente Beschaffungsregeln erleichtern Entscheidungen, sparen Zeit und sorgen für einen einheitlichen Einkauf im Sinne des Leitbilds. Je nach Geschäftsmodell kann die Beschaffung außerdem erhebliche Auswirkungen auf den CO2-Fußabdruck und den Umgang mit Ressourcen und der biologischen Vielfalt haben. Indem die DMO ihre Nachfrage nachhaltig ausrichtet, setzt sie Marktsignale, übernimmt eine Vorbildfunktion und kann Betriebe in der Destination motivieren sowie bei Bedarf dabei unterstützen, ähnliche Standards zu etablieren.

Was ist zu tun?

  • Sie haben verbindliche Richtlinien für eine nachhaltige Beschaffung in der DMO festgelegt, kommunizieren diese transparent und gehen damit sichtbar als Vorbild voran.
  • Sie vergeben öffentliche Aufträge nach klaren Richtlinien und berücksichtigen dabei Qualitäts-, Preis- und Nachhaltigkeitsaspekte gleichermaßen.
  • Sie unterstützen einen (gegebenenfalls gemeinsamen) nachhaltigen Einkauf in der Destination, zum Beispiel durch Information, Vernetzung oder Bündelung von Bedarfen.
  • Sie regen Betriebe in der Destination zur Einführung einer nachhaltigen Beschaffung an und unterstützen sie bei der Umsetzung, zum Beispiel durch Informationen, Beratung, Vernetzung oder Praxisbeispiele.

Welche Rolle hat die DMO?

Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Nachhaltige Beschaffung auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die blaue Verlaufskurve bleibt dabei konstant auf einem mittleren Niveau. Die DMO nimmt somit alle drei Rollen ein. 

Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig. 

Strategische Verankerung 4 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 2 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 1 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 3 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 1 von 5 Punkten

Gutes Beispiel Städte in Niedersachsen

Der Nachhaltigkeitskompass Niedersachsen wurde im Rahmen des Projekts aboutcities entwickelt und als eine von insgesamt 27 erarbeiteten Lösungen veröffentlicht.Er richtet sich an DMOs und bietet eine praxisnahe Leitlinie, um eine nachhaltige Beschaffung systemistisch im Alltag zu verankern. Die Leitlinie unterstützt dabei, ökologische, soziale und ökonomische Kriterien in Einkaufs- und Vergabeprozesse zu integrieren – von der internen Beschaffung bis hin zu touristischen Produkten. Zugleich liefert sie Orientierung für die Entwicklung eigener Regeln und zeigt, wie Beschaffung durch klare Kriterien, Transparenz und ein einheitliches Vorgehen als Hebel wirken kann. So stärkt sie die Vorbildrolle der DMO und begünstigt nachhaltige Alternativen auf dem Markt.