Abwasser- und Wassermanagement
Abwasser- und Wassermanagement
Was heißt das konkret?
Das wirtschaftliche Potenzial barrierearmer Angebote ist bereits groß und wird durch den demografischen Wandel weiter wachsen. Tourismusangebote sollten daher so gestaltet sein, dass sie möglichst viele Menschen selbstbestimmt nutzen können. Barrierefreiheit ist zugleich Qualitätsmerkmal und Menschenrechtsfrage: Unterschiedliche Bedürfnisse – etwa bei Mobilität, Sehen, Hören oder Verstehen – sollten deshalb in der Angebotsgestaltung berücksichtigt werden.
Entscheidend sind dabei nicht nur bauliche Zugänglichkeit, sondern auch verständliche Kommunikation. Gäste benötigen transparente und verlässliche Angaben zur Zugänglichkeit und Nutzbarkeit. Als Teil der Destinationsentwicklung erhöht Barrierefreiheit die Aufenthaltsqualität für alle – von Familien mit Kinderwagen bis zu Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen.
Was ist zu tun?
- Sie verschaffen sich einen Überblick über die Wassersituation vor Ort, zum Beispiel zu Knappheit, Spitzenlasten, sensiblen Räumen oder Qualitätsproblemen bei Trink- und Badewasser, und kennen Zuständigkeiten sowie verlässliche Informationsquellen.
- Sie prüfen, ob es regionale oder kommunale Ziele oder Strategien für eine nachhaltige Wassernutzung gibt, und leiten daraus den Handlungsbedarf für den Tourismus ab, etwa im Hinblick auf Betroffenheit, Mitwirkung und Kommunikation.
- Sie beteiligen sich an der Entwicklung von Zielen für eine nachhaltige Wassernutzung in der Destination.
- Sie unterstützen Kampagnen zum Monitoring und zur Verringerung des Wasserverbrauchs in touristischen Betrieben, zum Beispiel durch Information, Kommunikation oder die Einbindung relevanter Akteur*innen.
- Sie kommunizieren verständlich über die Qualität von Trinkwasser und Badestellen.
- Sie beteiligen sich an Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und tragen zu einer transparenten Berichterstattung bei.
Welche Rolle hat die DMO?
Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Abwasser- und Wassermanagement auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die grüne Verlaufskurve fällt von links nach rechts stark ab. Die DMO hat eher eine koordinierende Rolle.
Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig.
Strategische Verankerung 2 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 1 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 2 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 3 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 3 von 5 Punkten
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Badegewässer
Eine gute Möglichkeit, um die Badewasserqualität aktiv und nachvollziehbar zu kommunizieren, ist die Verlinkung zu den offiziellen Badegewässer-Informationen der Länder. Über die Deutschlandkarte des Umweltbundesamts (UBA) können diese leicht auffindbar gemacht werden. Zusätzlich können Destinationen die behördlichen Daten bedienungsfreundlich aufbereiten – zum Beispiel mit FAQ („Wo finde ich aktuelle Messwerte?“), saisonalen Updates und kurzen Hinweisen bei Ereignissen wie Blaualgenwarnungen oder Sperrungen. So bleibt die Kommunikation verlässlich, aktuell und glaubwürdig, weil sie auf amtlichem Monitoring basiert.
Nationale Wasserstrategie des Bundes (2023)
Die am 15. März 2023 vom Bundeskabinett beschlossene Nationale Wasserstrategie setzt mit einem Aktionsprogramm den Rahmen für ein modernes Wassermanagement bis 2050. Damit reagiert sie auf Klimafolgen wie Trockenheit, Nutzungskonflikte und Gewässerbelastungen und zielt auf eine Vorsorge sowie eine sichere Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ab. Die Strategie ist in zehn strategische Themenfelder gegliedert. Eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) koordiniert die Umsetzung; alle sechs Jahre ist ein Bericht zum Stand der Umsetzung vorgesehen. Dabei wird Wasser ausdrücklich auch als Ressource für Erholung und Tourismus mitgedacht.