Strategische Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Naturschutz Schutz
Strategische Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Naturschutz
Was heißt das konkret?
Das wirtschaftliche Potenzial barrierearmer Angebote ist bereits groß und wird durch den demografischen Wandel weiter wachsen. Tourismusangebote sollten daher so gestaltet sein, dass sie möglichst viele Menschen selbstbestimmt nutzen können. Barrierefreiheit ist zugleich Qualitätsmerkmal und Menschenrechtsfrage: Unterschiedliche Bedürfnisse – etwa bei Mobilität, Sehen, Hören oder Verstehen – sollten deshalb in der Angebotsgestaltung berücksichtigt werden.
Entscheidend sind dabei nicht nur bauliche Zugänglichkeit, sondern auch verständliche Kommunikation. Gäste benötigen transparente und verlässliche Angaben zur Zugänglichkeit und Nutzbarkeit. Als Teil der Destinationsentwicklung erhöht Barrierefreiheit die Aufenthaltsqualität für alle – von Familien mit Kinderwagen bis zu Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen.
Was ist zu tun?
- Sie arbeiten strategisch mit Akteur*innen aus dem Naturschutz, Schutzgebietsverwaltungen und Behörden zusammen, um Konflikte zu reduzieren und den Tourismus als Partner des Naturschutzes zu stärken:
- Sie entwickeln und setzen gemeinsam mit Akteur*innen des Natur- und Umweltschutzes Projekte um, die Umweltrisiken verringern und Kompensationsmöglichkeiten schaffen.
- Sie nutzen touristische Angebote gezielt für den Naturschutz, etwa durch abgestimmte Gästelenkung, gemeinsam mit dem Naturschutz entwickelte Angebote mit klaren Zuständigkeiten sowie die Vermittlung von Wissen und Bewusstsein zu Biodiversität und Naturschutz.
Welche Rolle hat die DMO?
Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Strategische Zusammenarbeit zwischen Tourismus & Naturschutz auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die grüne Verlaufskurve fällt von links nach rechts stark ab. Die DMO hat bei diesem Kriterium primär eine koordinierde Rolle.
Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig.
Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 3 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 3 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 5 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 3 von 5 Punkten
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Naturschutz in Städten?
Auch im Städtetourismus braucht es Leitplanken für den Naturschutz. Relevant sind dabei viele Räume: Parks, Fluss- und Seeufer, Brachflächen, Alleen sowie Dach- und Fassadenbegrünung sind Lebensräume für zahlreiche Arten und zugleich wichtige Orte der Erholung. Hohe Gästezahlen, Veranstaltungen, Lärm, Müll oder eine zu intensive Pflege können diese sensiblen Räume belasten. Naturschutz im Städtetourismus bedeutet daher, die grüne Infrastruktur als Teil der touristischen Attraktivität zu schützen, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und die Zusammenarbeit mit zuständigen Stellen sowie Informationen für Besuchende sicherzustellen. So wird Biodiversität als Teil urbaner Lebensqualität und touristischer Attraktivität gesichert.
Quellen:
European Environment Agency (2022, 1. Februar). Who benefits from nature in cities? Social inequalities in access to urban green and blue spaces across Europe. www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/who-benefits-from-nature-in-cities-so-cial-inequalities-in-access-to-urban-green-and-blue-spaces-across-europe
European Commission (2026, 24. April). Green infrastructure. environment.ec.europa.eu/topics/nature-and-biodiversity/green-infrastructure_en
Wo könnten Nutzungskonflikte zwischen Tourismus und Naturschutz auftreten?
Konflikte zwischen Tourismus und Naturschutz treten vor allem in Regionen mit ökologisch wertvollen und empfindlichen Ökosystemen auf. Um Nutzungskonflikte zu vermeiden, sollten Tourismusverantwortliche bei der Planung von Tourismusaktivitäten in diesen Räumen gemeinsam mit Akteur*innen aus dem Naturschutz folgende Konfliktpotenziale berücksichtigen:
Flächenkonkurrenz: Tourismus und Naturschutz konkurrieren in erster Linie um attraktive Landschaften, die zugleich ökologisch besonders wertvoll sind. In solchen sensiblen Naturräumen braucht es deshalb eine Einschätzung möglicher Beeinträchtigungen sowie ein gutes Gästemanagement.
Standortfindung: Standort, Gestaltung und Betrieb touristischer Anlagen können Umweltschäden verursachen. Ein umsichtiges Umweltmanagement kann diese Auswirkungen begrenzen. Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) helfen dabei, Konflikte bereits bei der Standortwahl zu vermeiden.
Nutzungsintensität, -frequenz und -zeitraum: Die Nutzung von Ökosystemen darf nicht zu deren Beeinträchtigung oder gar Zerstörung führen. Tourismus in sensiblen Naturräumen sollte daher räumlich und zeitlich gesteuert werden, der Natur Zeiten der Regeneration lassen und entsprechende Forderungen des Naturschutzes berücksichtigen.
Verhalten von Gästen: Störungen durch den Tourismus hängen stark vom Verhalten Einzelner ab. Ein gutes Management kann hier steuernd eingreifen und die negativen Auswirkungen verringern.