Strategische Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Naturschutz Schutz

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unsplash/pauliba Herpel
Ökologie / Biologische Vielfalt

Strategische Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Naturschutz

Was heißt das konkret?

Eine strategische Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Naturschutz heißt: Beide Seiten verstehen Biodiversität und intakte Ökosysteme als gemeinsame Verantwortung und Grundlage touristischer Attraktivität. Ausgangspunkt ist ein klares Bild der Lage vor Ort: Wie steht es um die natürlichen Lebensräume, und welche Wirkungen haben touristische Aktivitäten? So lassen sich Nutzungskonflikte frühzeitig erkennen und lösen. Die Zusammenarbeit ist dabei für beide Seiten gewinnbringend: Zielgruppengerechte Angebote und Vermarktung gehen Hand in Hand mit naturverträglichen Produkten und einem authentischen Naturerlebnis. Die DMO sorgt dafür, dass der Tourismus an relevanten Austauschformaten mit dem Naturschutz beteiligt ist, stärkt den Dialog sowie die frühzeitige und proaktive Berücksichtigung von Naturschutzbelangen, klärt Zuständigkeiten und schafft Transparenz im Umgang mit Erkenntnissen. Je nach Situation agiert sie als Vermittlerin oder aktive Partnerin – auch bei konfliktträchtigen oder potenziell umweltgefährdenden Aktivitäten. So kann der Tourismus Naturräume stärken und schützen, statt sie zu belasten.

Was ist zu tun?

  • Sie arbeiten strategisch mit Akteur*innen aus dem Naturschutz, Schutzgebietsverwaltungen und Behörden zusammen, um Konflikte zu reduzieren und den Tourismus als Partner des Naturschutzes zu stärken:
  • Sie entwickeln und setzen gemeinsam mit Akteur*innen des Natur- und Umweltschutzes Projekte um, die Umweltrisiken verringern und Kompensationsmöglichkeiten schaffen.
  • Sie nutzen touristische Angebote gezielt für den Naturschutz, etwa durch abgestimmte Gästelenkung, gemeinsam mit dem Naturschutz entwickelte Angebote mit klaren Zuständigkeiten sowie die Vermittlung von Wissen und Bewusstsein zu Biodiversität und Naturschutz.

Welche Rolle hat die DMO?

Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Strategische Zusammenarbeit zwischen Tourismus & Naturschutz auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die grüne Verlaufskurve fällt von links nach rechts stark ab. Die DMO hat bei diesem Kriterium primär eine koordinierde Rolle. 

Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig. 

Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 3 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 3 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 5 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 3 von 5 Punkten

Naturschutz in Städten?

Auch im Städtetourismus braucht es Leitplanken für den Naturschutz. Relevant sind dabei viele Räume: Parks, Fluss- und Seeufer, Brachflächen, Alleen sowie Dach- und Fassadenbegrünung sind Lebensräume für zahlreiche Arten und zugleich wichtige Orte der Erholung. Hohe Gästezahlen, Veranstaltungen, Lärm, Müll oder eine zu intensive Pflege können diese sensiblen Räume belasten. Naturschutz im Städtetourismus bedeutet daher, die grüne Infrastruktur als Teil der touristischen Attraktivität zu schützen, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und die Zusammenarbeit mit zuständigen Stellen sowie Informationen für Besuchende sicherzustellen. So wird Biodiversität als Teil urbaner Lebensqualität und touristischer Attraktivität gesichert.

Quellen: 
European Environment Agency (2022, 1. Februar). Who benefits from nature in cities? Social inequalities in access to urban green and blue spaces across Europe. www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/who-benefits-from-nature-in-cities-so-cial-inequalities-in-access-to-urban-green-and-blue-spaces-across-europe 
European Commission (2026, 24. April). Green infrastructure. environment.ec.europa.eu/topics/nature-and-biodiversity/green-infrastructure_en

Wo könnten Nutzungskonflikte zwischen Tourismus und Naturschutz auftreten?

Konflikte zwischen Tourismus und Naturschutz treten vor allem in Regionen mit ökologisch wertvollen und empfindlichen Ökosystemen auf. Um Nutzungskonflikte zu vermeiden, sollten Tourismusverantwortliche bei der Planung von Tourismusaktivitäten in diesen Räumen gemeinsam mit Akteur*innen aus dem Naturschutz folgende Konfliktpotenziale berücksichtigen:

Flächenkonkurrenz: Tourismus und Naturschutz konkurrieren in erster Linie um attraktive Landschaften, die zugleich ökologisch besonders wertvoll sind. In solchen sensiblen Naturräumen braucht es deshalb eine Einschätzung möglicher Beeinträchtigungen sowie ein gutes Gästemanagement.

Standortfindung: Standort, Gestaltung und Betrieb touristischer Anlagen können Umweltschäden verursachen. Ein umsichtiges Umweltmanagement kann diese Auswirkungen begrenzen. Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) helfen dabei,  Konflikte bereits bei der Standortwahl zu vermeiden.

Nutzungsintensität, -frequenz und -zeitraum: Die Nutzung von Ökosystemen darf nicht zu deren Beeinträchtigung oder gar Zerstörung führen. Tourismus in sensiblen Naturräumen sollte daher räumlich und zeitlich gesteuert werden, der Natur Zeiten der Regeneration lassen und entsprechende Forderungen des Naturschutzes berücksichtigen.

Verhalten von Gästen: Störungen durch den Tourismus hängen stark vom Verhalten Einzelner ab. Ein gutes Management kann hier steuernd eingreifen und die negativen Auswirkungen verringern.