Touristische Übernachtungen
Bereich: Ausgewogener Tourismus
Informationen
Allgemeine Informationen
Relevanz/Aussagekraft:
Die Zahl der touristischen Übernachtungen zeigt, wie viele Nächte Gäste in einer Destination verbringen, und ist ein Basisindikator zur Bewertung der Nachfrage und Auslastung. Sie berücksichtigt die Aufenthaltsdauer und bietet damit ein differenzierteres Bild als die Ankünfte für sich betrachtet.
Die Problemrelevanz ist als mittelgroß einzustufen. Der Indikator macht die touristische Nutzung sichtbar, erlaubt jedoch keine direkten Rückschlüsse auf Ressourcenverbrauch, Wertschöpfung oder soziale Tragfähigkeit. In Verbindung mit weiteren Kennzahlen kann er wichtige Hinweise für eine ausgewogene Steuerung der Tourismusentwicklung liefern.
Definitionen/Begriffserklärungen:
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Empfohlene Ebene:
Es wird sowohl die lokale, regionale als auch die Landesebene empfohlen.
Limitationen/Weiterentwicklungsbedarf:
Der Indikator erfasst nur den registrierten Übernachtungstourismus und blendet damit Tagestourismus sowie den grauen Beherbergungsmarkt aus. Er zeigt die Nutzung der Beherbergungskapazitäten, erlaubt aber keine direkten Rückschlüsse auf Wertschöpfung, Ressourcenverbrauch oder soziale Belastungen.
Erhebung
Parameter:
Gesamtzahl der touristischen Übernachtungen in der Destination im gewählten Zeitraum
Datenquelle:
Landesweite Tourismusstatistik für Übernachtungsgäste bis auf Gemeindeebene
Erhebungsfrequenz:
Jährlich mit monatlicher Ausweisung
Schritte zur Erhebung:
1. Gesamtzahl der Übernachtungen für die Destination aus der amtlichen Tourismusstatistik abrufen (z. B. Jahres- oder Monatswerte)
2. Ergebnis dokumentieren und ggf. in Zeitreihen darstellen
Auswertung
Gewünschte Entwicklungsrichtung & Zielbezüge:
Eine stabile oder moderat steigende Zahl an Übernachtungen ist für viele Destinationen wünschenswert, da sie die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus stärkt und die Auslastung der Beherbergungsbetriebe sichert. Entscheidend ist jedoch die Qualität der Entwicklung: Ein bloßes Wachstum an Übernachtungen kann zu Belastungen für Umwelt, Infrastruktur und Bevölkerung führen. Ziel ist daher eine ausgewogene Entwicklung, die Wertschöpfung mit ökologischer Verantwortung und sozialer Verträglichkeit verbindet.
Interpretationshilfe:
Die Zahl der Übernachtungen bildet das Niveau der touristischen Nachfrage ab. Hohe Werte können sowohl auf längere Aufenthalte als auch auf viele Kurzaufenthalte zurückgehen, weshalb der Indikator immer im Zusammenhang mit Aufenthaltsdauer und Quellmarktstruktur betrachtet werden sollte. Zeitreihen zeigen, ob sich die Nachfrage im Laufe der Zeit stabil, wachsend oder rückläufig entwickelt, liefern aber keine zusätzlichen Aussagen über ökonomische, ökologische oder soziale Wirkungen.