Tourismusrelevanz

Tourismusrelevanz

Bereich: Ausgewogener Tourismus

Informationen

Allgemeine Informationen

Relevanz/Aussagekraft:

Die Tourismusrelevanz beschreibt die Intensität und räumliche Dichte touristischer Nutzung im Verhältnis zur lokalen Bevölkerung und Fläche. Sie dient als Maßstab zur Einschätzung des Besucherdrucks in einer Region und liefert Hinweise auf mögliche Belastungen für Infrastruktur, Umwelt und das soziale Miteinander. Ein stabiles Verhältnis von Übernachtungen zu Einwohnerzahl und Fläche erlaubt Rückschlüsse auf die touristische Entwicklung sowie auf die Wahrnehmung von Besuchsspitzen durch einzelne Quellmärkte.

Die Problemrelevanz ist insgesamt als mittelgroß einzustufen. Dennoch bietet der Indikator eine wertvolle Grundlage für die differenzierte Betrachtung von Tragfähigkeit, Kapazitätsgrenzen und regionaler Tourismusintensität.


Definitionen/Begriffserklärungen:

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Empfohlene Ebene:

Es wird sowohl die lokale, regionale als auch die Landesebene empfohlen.


Limitationen/Weiterentwicklungsbedarf:

Eine wesentliche Einschränkung liegt darin, dass er sich ausschließlich auf den Übernachtungstourismus stützt und damit den Tagestourismus nicht berücksichtigt. Zudem basiert er auf der amtlichen Statistik, in der der graue Beherbergungsmarkt nicht erfasst wird – ein Aspekt, der gerade für diesen Indikator besonders relevant ist, da er die tatsächliche Intensität touristischer Nutzung spürbar verzerren kann.

 

 

Erhebung

Parameter:

Intensität: Anzahl der Übernachtungen pro 1000 Einwohner

Dichte: Anzahl der Übernachtungen pro km² Fläche


Datenquelle:

Landesweite Tourismusstatistik für Übernachtungsgäste bis auf Gemeindeebene


Erhebungsfrequenz:

Jährlich mit monatlicher Ausweisung


Schritte zur Erhebung:

Intensität: Übernachtungen pro 1.000 Einwohner
1. Gesamtzahl der Übernachtungen der Destination im gewählten Zeitraum aus der amtlichen Tourismusstatistik entnehmen
2. Einwohnerzahl der Destination aus der amtlichen Bevölkerungsstatistik bestimmen

3. Übernachtungen ÷ Einwohnerzahl × 1.000 berechnen

4. Ergebnis: Zahl der Übernachtungen pro 1.000 Einwohner

Dichte: Übernachtungen pro km² Fläche
1. Gesamtzahl der Übernachtungen der Destination im gewählten Zeitraum aus der amtlichen Tourismusstatistik entnehmen

2. Geographische Fläche der Destination in km² bspw. aus amtlichen Geodaten bestimmen

3. Übernachtungen ÷ Fläche berechnen

4. Ergebnis: Zahl der Übernachtungen pro km²
 

Auswertung

Gewünschte Entwicklungsrichtung & Zielbezüge:

Eine ausgewogene Tourismusrelevanz ist wünschenswert: Sie sollte hoch genug sein, um eine spürbare wirtschaftliche Bedeutung für die Region zu entfalten, gleichzeitig jedoch so gestaltet werden, dass Belastungen für Bevölkerung, Umwelt und Infrastruktur im Rahmen der Tragfähigkeit bleiben. Ziel ist ein stabiles Verhältnis von Übernachtungen zu Einwohnerzahl und Fläche, das eine nachhaltige Nutzung ermöglicht und die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung unterstützt.


Interpretationshilfe:

Die Aussagekraft des Indikators hängt stark von der Art und Struktur sowie der Verteilung von Übernachtungs- und Tagesgästen der Destination ab. In Kur- und Ferienorten sind deutlich höhere Werte üblich als in großflächigen Regionen mit geringerer touristischer Ausrichtung. Hohe Intensitäts- und Dichtewerte weisen einerseits auf die ökonomische Bedeutung des Tourismus hin, können andererseits aber auch auf einen stärkeren Nutzungsdruck für Bevölkerung, Umwelt und Infrastruktur hindeuten. Niedrigere Werte bedeuten nicht zwangsläufig einen Nachteil, sondern können auch Ausdruck einer geringeren Abhängigkeit vom Tourismus sein. Saisonale und tageweise Besuchsspitzen können ohne eine Hinzunahme von Tagesgästen nicht abgebildet werden. Vergleiche zwischen Destinationen sind daher nur eingeschränkt sinnvoll und sollten stets im Kontext von Größe, Angebotsstruktur und räumlichen Gegebenheiten betrachtet werden.
 

Projektpartner