Bettenauslastung
Bereich: Wirtschaftliche Effekte des Tourismus
Informationen
Allgemeine Informationen
Relevanz/Aussagekraft:
Der Indikator gibt die effiziente Nutzung der touristischen Bettenkapazitäten wieder. Die Bettenauslastung gilt als Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Effizienz von Beherbergungsbetrieben. Sie zeigt, wie stark vorhandene Kapazitäten genutzt werden, und ermöglicht Rückschlüsse auf Nachfrageentwicklung, Saisonalität und Betriebsauslastung.
Eine regional und über den Jahresverlauf hinweg gleichmäßige Bettenauslastung lässt Rückschlüsse auf eine ausgewogene Saisonalität ziehen.
Trotz guter Datenverfügbarkeit basiert der Indikator ausschließlich auf der amtlichen Statistik und erfasst damit nicht den sogenannten grauen Beherbergungsmarkt (z. B. Privatvermietungen ohne Meldepflicht). Die Aussagekraft ist daher begrenzt, deckt aber dennoch wichtige Trends und Steuerungsbedarfe im offiziellen Markt ab.
Definitionen/Begriffsklärungen:
Grauer Beherbergungsmarkt: Dazu zählen alle Übernachtungen, die nicht in der amtlichen Statistik gezählt werden. Das betrifft private Übernachtungen bei Freunden, Verwandten oder Bekannten, Übernachtungen in Privatunterkünften und Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben unter 10 Betten.
Empfohlene Ebene:
Es wird sowohl die lokale, regionale als auch die Landesebene empfohlen.
Limitationen/Weiterentwicklungsbedarf:
Da dieser Indikator auf der amtlichen Statistik basiert, wird der graue Beherbergungsmarkt nicht einbezogen. Der Wert deckt daher nur einen Teil der Realität ab. Außerdem besteht bei kleinen Gemeinden eine hohe Wahrscheinlichkeit der Geheimhaltung von Daten. Sie sind also ebenfalls nicht in der Statistik enthalten.
Ab 2026 wird sich die Unterkunftsstatistik durch Inkrafttreten der neuen EU-Verordnung 2024/1028 zur Kurzzeitvermietung verbessern. Dann müssen Kurzzeitmietobjekte registriert werden und eine Erfassung in der Statistik ist möglich. Dazu wird eine erneute Evaluierung des Indikators erfolgen.
Erhebung
Parameter:
- Durchschnittliche Bettenauslastung
Einheit: %
- Optional: Bettenauslastung nach Unterkunftskategorien
Einheit: %
Datenquelle:
Amtliche monatliche Gemeindestatistik
Erhebnungsfrequenz:
Jährlich mit monatlicher Ausweisung
Schritte zur Erhebung:
1. Abruf der amtlichen monatlichen Statistik beim entsprechenden statistischen Landesamt
2. Auswahl der entsprechenden Gemeinden passend zur Destination
3. Falls Auslastung nicht angegeben: Berechnung der Bettenauslastung pro Monat:
Summe der Schlafgelegenheiten * Anzahl der Tage des Monats / Gästeübernachtungen
4. Berechnung der durchschnittlichen Auslastung aller Gemeinden der Destination
Auswertung
Gewünschte Entwicklungsrichtung & Zielbezüge:
Bei diesem Indikator wird die Entwicklung über Zeitreihen in der eigenen Destination gemessen. Als Benchmark kann der bundes- oder landesweite Durchschnitt verwendet werden, es sollte jedoch immer eine individuelle Interpretation erfolgen.
Grundsätzlich sind stabile Werte mit einer steigenden Tendenz erstrebenswert. Ein Minimalwert von 30 % Bettenauslastung sollte zudem nicht unterschritten werden, da sonst die Wirtschaftlichkeit der Beherbergungsbetriebe fraglich ist. Wenn die Auslastung nach Unterkunftskategorien erhoben wird, können sich die Zielwerte auch je nach Unterkunftskategorie unterscheiden.
Interpretationshilfe:
Wenn es möglich und in der Statistik enthalten ist, sollte die Bettenauslastung nach Unterkunftskategorien aufgeschlüsselt werden. Diese Angaben ermöglichen eine tiefergehende Interpretation der Ergebnisse. Die Bettenauslastung hängt von zahlreichen Faktoren ab, die in der Interpretation berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen die Entwicklung der Besucherzahlen, die Entwicklung von vorhandenen Kapazitäten, der Anteil an Geschäftsreisenden mit Einzelbelegung, Saisonzeiten, die Unterkunftsstruktur und der Destinationstyp.