Besucherausgaben
Bereich: Wirtschaftliche Effekte des Tourismus
Informationen
Allgemeine Informationen
Relevanz/Aussagekraft:
Dieser Indikator beschreibt die touristischen Tagesausgaben der Besucher*innen pro Tag, differenziert nach Übernachtungs- und Tagesgästen. Die durchschnittlichen Besucherausgaben sind ein zentraler Gradmesser für das wirtschaftliche Potenzial des Tourismus. Die Kennzahl ermöglicht Rückschlüsse auf Konsumverhalten, Angebotsattraktivität und regionale Wertschöpfung.
Hohe Ausgaben fördern die regionale Wirtschaft, sichern Einkommen in tourismusnahen Branchen und tragen zur Finanzierung touristischer Leistungen bei.
Die Problemrelevanz ist hoch. Der Deskriptor unterstützt gezielte Maßnahmen zur Angebotsentwicklung, Preissensibilität und Positionierung im Wettbewerb.
Definitionen/Begriffsklärungen:
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Empfohlene Ebene:
Es wird sowohl die lokale, regionale als auch die Landesebene empfohlen.
Limitationen/Weiterentwicklungsbedarf:
Tagesgäste sind aus Kostengründen in Erhebungen nicht immer berücksichtigt, auch wenn dies ausdrücklich zu empfehlen ist. Es wird angeraten, auch Tagesgäste in Befragungen zu integrieren, da diese oftmals den weitaus höheren Anteil aller Besucher*innen einer Region ausmachen.
Erhebung
Parameter:
Durchschnittliche Ausgaben für touristische Leistungen pro Tag und Person
Einheit: Euro
Datenquelle:
- Gästebefragung (eigens durchgeführt oder extern vergeben)
- Studien wie Ausgabenanalyse durch GfK/YouGov, MasterCard oder Wertschöpfungsstudien können verwendet werden, wenn die Ausgabenkategorien pro Tag und Person auch dort abgefragt werden
- Kosten der Erhebung: mittel bis hoch
Erhebnungsfrequenz:
Alle 3 Jahre
Schritte zur Erhebung (& geschätzte Kosten):
1. Entscheidung für Ebene: Land, Regional, Lokal
2. Datenbeschaffung/-erhebung: Es wird empfohlen, dies zentral über Landestourismusorganisationen oder einzelne Regionen zu erheben
3. In der Gästebefragung einheitliche Ausgabenkategorien abfragen:
Ausgabekategorien pro Tag und Person:
-An- und Abreise
-Pauschalreise
-Unterkunft
-Gastronomie & Verpflegung
-Einzelhandel
-Freizeit/Unterhaltung
-Sonstige Dienstleistungen
-Mobilität vor Ort
4. Durchschnittliche Ausgaben nach Gästekategorien pro Tag und Person (Übernachtungsgäste, Tagesgäste und ggf. auch Anwohnende) zusammenstellen anhand der Auswertung der Gästebefragung
Auswertung
Gewünschte Entwicklungsrichtung & Zielbezüge:
Die Entwicklung der Besucherausgaben kann in Zeitreihen (alle 3 Jahre) gemessen werden. Generell sind steigende Werte das Ziel. Dies ist allerdings von der Strategie der jeweiligen Destination selbst abhängig, ob monetäres Wachstum gefördert werden soll oder nicht.
Interpretationshilfe:
Hohe Besucherausgaben deuten auf ein attraktives Angebot und eine hohe Wertschöpfung im Tourismus hin, während niedrige Ausgaben auf eine geringe Zahlungsbereitschaft, ein eingeschränktes Angebot oder strukturelle Schwächen hindeuten können. Grundsätzlich werden die Ausgaben dabei von zwei Seiten bestimmt: von den Eigenschaften der Zielgruppe (z. B. Kaufkraft, Reiseverhalten, Präferenzen, Aktivitäten vor Ort) und vom Angebot in der Destination (z. B. Qualität, Vielfalt, Preisniveau).
Veränderungen im Zeitverlauf zeigen die Wirkung von Angebotsentwicklung, Marketingmaßnahmen und Preisstrategien. Bei starken Ausgabensteigerungen ist zu prüfen, ob diese durch Preissteigerungen, etwa infolge von Inflation, oder durch eine tatsächliche höhere Konsumbereitschaft verursacht wurden. Regionale Vergleiche geben darüber hinaus Aufschluss über Wettbewerbsfähigkeit und Marktpositionierung, wobei die Ergebnisse stets im Zusammenhang mit weiteren Indikatoren wie Gästezahlen oder Aufenthaltsdauer betrachtet werden sollten.