Beschäftigung im Tourismus
Bereich: Beschäftigung im Tourismus
Informationen
Allgemeine Informationen
Relevanz/Aussagekraft:
Die Anzahl der Beschäftigten im Tourismus gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors in einer Region und ist ein zentrales Element zur Bewertung seiner ökonomischen Leistungsfähigkeit. Der Indikator macht sichtbar, wie viele Menschen direkt im Tourismus Arbeit und Einkommen finden und trägt damit zur Einschätzung von Arbeitsplatzsicherheit und Fachkräftesituation bei.
In Verbindung mit weiteren Indikatoren wie Bruttowertschöpfung oder Übernachtungszahlen lässt sich die wirtschaftliche Tragfähigkeit besser beurteilen. Die Problemrelevanz ist hoch, da Beschäftigung ein zentraler Faktor für regionale Wertschöpfung, Fachkräftesicherung und soziale Stabilität ist.
Definitionen/Begriffserklärungen:
Tourismusspezifische Beschäftigung: Zur tourismusspezifischen Beschäftigung zählen alle Beschäftigten, die zur direkten und indirekten touristischen Bruttowertschöpfung beitragen. Dies umfasst die unmittelbare Tourismuswirtschaft mit der Herstellung von Produkten für die touristische Endnachfrage sowie die Herstellung von Vorleistungsgütern für den Tourismus. Beschäftigung im Tourismus ist international einheitlich von der UN definiert (UN IRTS:2008; S. 62 ff.).
Empfohlene Ebene:
Es wird sowohl die lokale, regionale als auch die Landesebene empfohlen.
Limitationen/Weiterentwicklungsbedarf:
Für diesen Indikator ist zum Teil eine externe Erhebung bzw. die Beauftragung eines externen Anbieters erforderlich. Außerdem ist die Vergleichbarkeit der beiden Parameter nicht gegeben, da unterschiedliche Datenquellen und Berechnungsmethoden genutzt werden.
In der amtlichen Statistik können Daten für die Wirtschaftszweige, Handel, Gastgewerbe, Verkehr (G-I) bis auf Ebene der Landkreise bzw. kreisfreien Städte bezogen werden. Daher gibt die Zahl der Erwerbstätigen im Tourismus ein nur sehr eingeschränktes Abbild der Realität wieder, da die tourismusspezifische Beschäftigung eine räumlich schärfere Abgrenzung benötigt. Alternativ existieren landesweite Daten für im Gastgewerbe tätigen Personen, die jedoch nicht für regionale Destinationen relevant sind.
Das Tourismus-Satellitenkonto kann aktuell nur auf Landesebene erhoben werden und es besteht ein Verzug von mindestens zwei Jahren.
Erhebung
Parameter:
- Anzahl der Erwerbstätigen im Tourismus für die Wirtschaftszweige Handel, Gastgewerbe, Verkehr
Einheit: Anzahl
- Anteil der tourismusspezifischen Beschäftigung im Vergleich zur Gesamtwirtschaft
Einheit: %
Datenquelle:
- Amtliche Statistik zur Anzahl der Erwerbstätigen in den Wirtschaftsbereichen “Handel, Gastgewerbe, Verkehr” (G-I): www.regionalstatistik.de/genesis/online Gastgewerbe tätigen Personen Tourismus
- Anteil der tourismusspezifischen Beschäftigung
o Landesebene: Tourismus-Satellitenkonto oder touristische WertschöpfungsstudieTSA
o Regionale Ebene: Touristische Wertschöpfungsstudie
Erhebungsfrequenz:
Anzahl der Erwerbstätigen: jährlich
Anteil der tourismusspezifischen Beschäftigung: Alle 5 Jahre
Schritte zur Erhebung:
Anzahl der Erwerbstätigen:
1. Abruf der amtlichen Statistik der Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereichen auf www.regionalstatistik.de
2. Auswahl der Tabelle nach Wirtschaftszweigen
3. Addition der Werte der entsprechenden Landkreise für Wirtschaftszweig „Handel, Gastgewerbe, Verkehr (G-I)“
Anteil der tourismusspezifischen Beschäftigung:
1. Beauftragung eines externen Anbieters zur Durchführung einer Wertschöpfungsstudie oder Berechnung eines TSA
2. Berechnung des Anteils der tourismusspezifischen Beschäftigung im Vergleich zur Gesamtwirtschaft
Die Höhe der Kosten ist von der Größe und Struktur der Destination sowie von der Erhebungsebene (landesweit, Reiseregion oder lokal) abhängig. Sie erstrecken sich von einem mittleren vierstelligen Betrag bis zu einem niedrigen fünfstelligen Betrag. Es empfiehlt sich, eine Studie im Verbund mit mehreren Destinationen oder direkt ausgehend von der Landesebene durchführen zu lassen.
Auswertung
Gewünschte Entwicklungsrichtung & Zielbezüge:
Als gewünschte Entwicklungsrichtung werden für diesen Indikator vor allem stabile gleichbleibende oder gleichmäßig steigende Zahlen angestrebt. Dies gilt sowohl für die Anzahl der Erwerbstätigen als auch den Anteil der tourismusspezifischen Beschäftigung. Es wird also vor allem mit Zeitreihen aus der eigenen Destination gearbeitet. Der Anteil der tourismusspezifischen Beschäftigung dient vor allem als zusätzliche Interpretationshilfe für den ersten Parameter.
Interpretationshilfe:
Eine gleichmäßige und stabile Entwicklung des Indikators spricht für eine konstante und sichere Beschäftigung im Tourismus in der Destination. Mithilfe der Kombination aus absoluten und relativen Zahlen (Anzahl Erwerbstätige und Anteil tourismusspezifische Beschäftigung) lässt sich die Beschäftigung im Tourismus gut einordnen.
Da Vergleiche nur über Zeitreihen sinnvoll sind, können auch keine Interpretationshilfen konkreter Zahlen geliefert werden. Ein sehr hoher Anteil spricht lediglich für eine überdurchschnittlich starke Abhängigkeit der Destination vom Tourismus, die es zu vermeiden gilt.