Einsatz eneuerbarer Energien im Tourismus

Einsatz erneuerbarer Energien im Tourismus

Bereich: Klimaschutz im Tourismus

Informationen

Allgemeine Informationen

Relevanz/Aussagekraft:

Der Einsatz erneuerbarer Energien in touristischen Betrieben ist ein wesentlicher Baustein für eine klimafreundliche Tourismusentwicklung. Der Indikator gibt Aufschluss darüber, inwiefern erneuerbare Energien bereits von Tourismusbetrieben genutzt werden bzw. wie hoch der Anteil von erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch vonseiten der touristischen Betriebe ist (Strom- und Heizenergie). Damit kann das Engagement und der Fortschritt eines emissionsarmen Tourismus eingeschätzt werden.

Ein wachsender Anteil erneuerbarer Energien senkt die THG-Emissionen dauerhaft und stärkt die Glaubwürdigkeit nachhaltiger Destinationsstrategien.
Die Problemrelevanz ist hoch – sowohl im Hinblick auf Klimaziele als auch auf steigende Energiepreise. Aktuell fehlen jedoch verlässliche, standardisierte Erhebungsmethoden. Neue digitale Ansätze (z. B. Webcrawling über OTAs) könnten mittelfristig eine Lösung bieten und ermöglichen langfristig ein fortlaufendes Monitoring.


Definitionen/Begriffsklärungen:

Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energien⁠ werden aus Quellen gewonnen, die sich kurzfristig von selbst erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Zu diesen nachhaltig⁠ zur Verfügung stehenden Energiequellen zählen Sonnenenergie, Windkraft, Erdwärme, Wasserkraft und die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Biomasse. Die Nutzung von erneuerbaren Energien erhöht nicht die Konzentration von Treibhausgasen.


Empfohlene Ebene:

Es wird sowohl die regionale, lokale als auch die Landesebene empfohlen.


Limitationen/Weiterentwicklungsbedarf:

Bisherige Messansätze sind entweder mit hohen Kosten verbunden oder es fehlt eine verlässliche Datenbasis (z.B. Versorgerdaten oder Betriebsbefragungen). Auch das Marktstammdatenregister ist nur begrenzt geeignet, da keine Unterscheidung nach Branche möglich ist und geografische Angaben nur bei gewerblichen Einträgen vorhanden sind. Hier fehlt eine verpflichtende Erfassung und Weitergabe nach Wirtschaftszweigen vonseiten der Energieversorger.
Für diesen Indikator ist dementsprechend eine längerfristige Erprobung mit einheitlichen Parametern nötig, um den Messansatz zu konkretisieren und die Machbarkeit mit Drittanbietern über Webcrawling zu prüfen. Weitere Probleme sind der unsichere Wahrheitsgehalt von Eigenangaben auf Websites oder bei OTAs. 

Erhebung

Parameter:

Anteil der Unterkunftsbetriebe mit Ökostrombezug
Einheit: Anzahl / %


Datenquelle:

- Websites von Tourismusbetrieben bzw. Online-Travel-Agencies (OTA)

- Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur: www.marktstammdatenregister.de/MaStR/Einheit/Einheiten/OeffentlicheEinheitenuebersicht


Erhebnungsfrequenz:

Jährlich


Schritte zur Erhebung:

Bisher ist kein erprobtes Verfahren vorhanden.

 


     
 

 

Auswertung

Gewünschte Entwicklungsrichtung & Zielbezüge: 

Die gewünschte Entwicklungsrichtung sind steigende Werte, die eine steigende Verbreitung von Ökostrom indizieren. Zur Messung der Entwicklung sind vor allem Zeitreihen sinnvoll, bei Nutzung des Anteils (relative Größe) wären auch Vergleiche mit Destinationen ähnlicher Struktur möglich. Als normatives Ziel sind die bundesweiten Reduktionsziele anzuwenden. Bis 2045 hat Deutschland das Ziel Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen.


Interpretationshilfe: 

Je höher der Anteil an Unterkunftsbetrieben mit Ökostrombezug ist, desto weniger Treibhausgasemissionen werden emittiert. Wie dieser Prozentsatz zu interpretieren ist, hängt von der Ausgangslage in der Destination, den lokalen Energielieferanten und der Anzahl und Größe der Unterkunftsbetriebe ab.
 

 

Projektpartner