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unsplash/pauliba Herpel
Tourismus der Zukunft gestalten
Praxisleitfaden Nachhaltigkeit im Tourismus
Nachhaltigkeit im Tourismus bringt viele Fachbegriffe mit sich. Manche stammen aus der Strategiearbeit, andere aus Klimaschutz, Kommunikation, Datenanalyse oder Destinationsmanagement. Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe kurz und verständlich. Es soll eine erste Orientierung geben und dabei helfen, Begriffe im Leitfaden einheitlich zu verwenden.
Science Based Targets
Science Based Targets sind wissenschaftsbasierte Klimaziele. Sie zeigen, in welchem Umfang Unternehmen oder Organisationen ihre Treibhausgasemissionen senken müssen, damit ihr Beitrag mit den internationalen Klimazielen vereinbar ist. Für Destinationen können sie eine Orientierung bieten, um Klimaschutzmaßnahmen messbar und überprüfbar auszurichten.
Customer Journey
Die Customer Journey beschreibt die „Reise“ der Gäste entlang aller Kontaktpunkte mit einer Destination: von der Inspiration und Information über die Buchung und Anreise bis zum Aufenthalt vor Ort und zur Nachbereitung. Für nachhaltige Angebote ist sie wichtig, weil an vielen Stellen Hinweise, Services und Entscheidungen die Nachhaltigkeit einer Reise beeinflussen können.
POIs
POIs steht für „Points of Interest“, also Orte von besonderem Interesse. Dazu zählen zum Beispiel Sehenswürdigkeiten, Naturerlebnisorte, Museen, Aussichtspunkte, Tourist-Informationen oder Mobilitätsstationen. Im Destinationsmanagement helfen POIs dabei, Angebote sichtbar zu machen, Besucherströme zu lenken und Informationen gezielt bereitzustellen.
Politisches Bekenntnis
Ein politisches Bekenntnis beschreibt die klare Unterstützung nachhaltiger Entwicklung durch politische Entscheidungsebenen. Für Destinationen ist es wichtig, weil es Orientierung gibt, Verantwortlichkeiten stärkt und die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen im Tourismus erleichtert.
SWOT
SWOT ist eine Methode der strategischen Analyse. Die Abkürzung steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats – also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Im Tourismus wird sie genutzt, um die Ausgangslage einer Destination strukturiert zu bewerten und daraus Ziele, Maßnahmen und Entwicklungsschwerpunkte abzuleiten.
Nachhaltigkeits-SWOT-Analyse
Eine Nachhaltigkeits-SWOT-Analyse untersucht die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer Destination mit Blick auf nachhaltige Entwicklung. Sie hilft, bestehende Aktivitäten einzuordnen, Handlungsbedarfe zu erkennen und Prioritäten für die weitere strategische Ausrichtung zu setzen.
Korrigierter Gini-Koeffizient
Der korrigierte Gini-Koeffizient ist eine Kennzahl, mit der Ungleichverteilungen gemessen werden können. Im Tourismus kann er zum Beispiel genutzt werden, um zu prüfen, wie stark sich Gästeaufkommen, Übernachtungen oder touristische Belastungen auf bestimmte Zeiten oder Teilräume konzentrieren. Je stärker die Ungleichverteilung, desto wichtiger können Maßnahmen zur Entzerrung und Besucherlenkung sein.
Netto-Treibhausgasneutralität
Netto-Treibhausgasneutralität bedeutet, dass über einen bestimmten Zeitraum nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, als durch Reduktion, Bindung oder andere anerkannte Maßnahmen ausgeglichen werden können. Vorrang hat dabei die tatsächliche Vermeidung und Verringerung von Emissionen. Erst verbleibende, nicht vermeidbare Emissionen werden bilanziell ausgeglichen.