Einleitung

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Tourismus der Zukunft gestalten

Praxisleitfaden Nachhaltigkeit im Tourismus

Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus

Für einen zukunftsfähigen Qualitätstourismus

Ohne Nachhaltigkeit hat der Tourismus keine Zukunft. Im Deutschlandtourismus ist Nachhaltigkeit längst kein Randthema mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für Qualität und Zukunftsfähigkeit. Sie bildet die Grundlage für attraktive Natur- und Kulturräume, für verlässliche Angebote und für Akzeptanz vor Ort – und damit für einen Tourismus, der langfristig trägt. Tourismusqualität und verantwortungsvolles Handeln gehören untrennbar zusammen: Wer heute Qualität sichern will, muss ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte gemeinsam in den Blick nehmen.

Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) machen deutlich, wie viele Themenfelder der Tourismus berührt – vom Klima- und Ressourcenschutz über faire Arbeit bis hin zu Teilhabe und regionaler Wertschöpfung. Zugleich kann er zu zahlreichen SDGs beitragen, wenn er verantwortungsvoll gestaltet wird. Genau hier setzt dieser Leitfaden an: Er unterstützt Destinationen dabei, Nachhaltigkeitsthemen konkret zu planen, Schritt für Schritt umzusetzen und mithilfe geeigneter Indikatoren nachvollziehbar zu machen. So bleiben Regionen für Gäste ebenso wie für die Menschen, die dort leben und arbeiten, langfristig lebenswert und attraktiv.

Hier kommt die Tourismusdestination als wirkungsvoller Hebel ins Spiel: In ihr treffen Angebot und Nachfrage aufeinander und es entstehen Wirkungen – positive wie negative. Ein gut abgestimmtes Destinationsmanagement ist deshalb entscheidend.

Es bringt Menschen und Organisationen zusammen, richtet Ziele aufeinander aus und koordiniert Maßnahmen so, dass sie ineinandergreifen und der Region insgesamt zugutekommen – für einen Qualitätstourismus mit Zukunft.

Info

Eine touristische Destination entsteht aus dem Zusammenspiel von Natur, Landschaft, Orten, Kultur und touristischen Angeboten. In ihr wird Tourismus als regionales Gesamtangebot erlebbar und erfüllt konkrete Urlaubs- und Ausflugswünsche von Gästen und Einheimischen. Damit dafür tragfähige Strukturen entstehen und die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden kann, braucht es eine destinationsweite Organisationseinheit, die von den Akteur*innen mitgetragen wird: die Destinationsmanagement-Organisation (DMO).

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unsplash/alexander bagno

Nachhaltigkeit im Tourismus: Was heißt das?

Die Idee der Nachhaltigkeit im Tourismus ist nicht neu. Schon seit Jahrzehnten wird sie unter Begriffen wie sanfter Tourismus oder naturnaher Tourismus diskutiert. Spätestens seit den globalen Initiativen für nachhaltige Entwicklung in den 1990er Jahren, etwa der UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro, ist der Begriff der Nachhaltigkeit auch im Tourismus fest verankert. Gerade weil der Nachhaltigkeitsanspruch im Tourismus so umfassend ist, besteht die Gefahr, dass der Begriff unscharf verwendet, auf Einzelaspekte verkürzt oder für andere Zwecke vereinnahmt wird. Damit Nachhaltigkeit im Tourismus ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht es ein gemeinsames Verständnis zentraler Voraussetzungen und Merkmale.

Eine nachhaltige Tourismusentwicklung erfordert eine ganzheitliche Perspektive. Die natürlichen Lebensgrundlagen bilden dabei in der Dimension Ökologie die Basis touristischer Entwicklung. Darauf aufbauend sind soziokulturelle und ökonomische Aspekte so zu gestalten, dass sie langfristig tragfähig und miteinander vereinbar sind. Ein verbindender Managementansatz hilft, diese Entwicklung strategisch zu steuern und die verschiedenen Dimensionen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zusammenzuführen.
 

Tourismus, der seine gegenwärtigen und zukünftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen vollständig berücksichtigt und die Bedürfnisse von Gästen, der Tourismuswirtschaft, der Umwelt sowie der lokalen Bevölkerung berücksichtigt.

UN Environment Programme & UNWTO (2005)

bezieht alle Tourismusformen mit ein – von Nischenprodukten bis hin zu massentouristischen Angeboten,

verfolgt eine vernetzte Sichtweise, die alle relevanten Akteur*innen einer Destination umfasst (Stakeholder-Ansatz) und dabei auch indirekte Wirkungen berücksichtigt,

benötigt politische und institutionelle Rückendeckung, also förderliche Rahmenbedingungen und Strategien für eine langfristige Entwicklung,

ist als Prozess zu verstehen, der eine kontinuierliche und zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Situation vor Ort anstrebt,

setzt eine regelmäßige Bewertung der Ist-Situation und entsprechende Steuerungsmechanismen voraus, und

berücksichtigt, dass viele Gäste verantwortungsvoll reisen und keinen Schaden anrichten möchten – und unterstützt sie dabei durch gute Information, klare Orientierung und hochwertige Angebote.