Strategische Nachhaltigkeitskommunikation
Strategische Nachhaltigkeitskommunikation
Was heißt das konkret?
Strategische Nachhaltigkeitskommunikation bedeutet, dass Nachhaltigkeit als fester Bestandteil von Marketing und Gästeinformationen geplant, gesteuert und überprüft wird. Eine klare Strategie ist dabei entscheidend: Welche Zielgruppen sollen erreicht werden – Betriebe, Politik und Verwaltung oder Gäste –, welche Botschaften sind relevant und welche Wirkung soll erzielt werden?
Nachhaltigkeitsthemen werden zielgruppengerecht, transparent und mit nachvollziehbaren Belegen vermittelt. Denn Kommunikation prägt die Wahrnehmung und das Verhalten von Gästen und Leistungsträger*innen erheblich und kann so die Umsetzung nachhaltiger Ziele wirksam unterstützen.
Was ist zu tun?
- Sie verankern Nachhaltigkeitskommunikation im jährlichen Marketing- und Kommunikationsplan und legen dafür Ziele sowie Maßnahmen fest.
- Sie kommunizieren Nachhaltigkeitsstrategie, -ziele und -fortschritte der DMO transparent und zielgruppengerecht (Betriebe, Politik und Verwaltung, Gäste).
- Sie prüfen alle Kommunikationsmaterialien systematisch auf fachliche Korrektheit und Rechtssicherheit, insbesondere Aussagen zur Nachhaltigkeit.
- Sie binden Tourist-Informationen als zentrale Anlaufstellen für Nachhaltigkeit ein und informieren dort verlässlich über relevante Themen.
- Sie verzichten auf die Kommunikation von Angeboten mit nachweislich negativen ökologischen oder sozialen Auswirkungen.
- Sie berücksichtigen Saisonalität und die individuelle Streuung der Besucherzahlen in der Kommunikation.
- Im B2C-Bereich informieren Sie proaktiv zur Verbesserung der CO2-Bilanz der Reise, z.B. durch einen CO2-Rechner oder Hinweise zu nachhaltiger Anreise, sowie zu Projekten und Initiativen der nachhaltigen Entwicklung in Ihrer Destination.
- IM B2B-Bereich kommunizieren Sie offen den Stellenwert von Nachhaltigkeit für die Destinationsentwicklung.
Welche Rolle hat die DMO?
Die Grafik zeigt die Rolle der DMO beim Kriterium Strategische Nachhaltigkeitskommunikation auf einer dreistufigen Skala von koordinierend über impulsgebend bis verantwortend. Die rote Verlaufskurve steigt von links nach rechts deutlich an. Die DMO hat eine impulsgebende und verantwortende Rolle.
Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Für die Umsetzung von Maßnahmen sind unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. strukturelle Voraussetzung in einer unterschiedlichen Intensität notwendig.
Strategische Verankerung 3 von 5 Punkten
Handlungsfähigkeit 2 von 5 Punkten
Politischer & institutioneller Rückhalt 1 von 5 Punkten
Operative Einflussmöglichkeit 3 von 5 Punkten
Netzwerk & Kooperation 2 von 5 Punkten
Messbarkeit von Nachhaltigkeit 4 von 5 Punkten
Nächstes Kriterium
Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo)
Mit der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) steigen die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen: Sie müssen verlässlich, spezifisch und überprüfbar sein.
Was heißt das für Ihre Kommunikation? Aussagen zur Nachhaltigkeit sind nicht mehr ohne Nachweise zulässig. Allgemeine Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ dürfen nur verwendet werden, wenn sie erklärt und belegt werden können. So lassen sich irreführende Aussagen (Greenwashing) vermeiden und Vertrauen stärken.
Drei Fragen sollten Sie sich deshalb stellen:
- WAS kommunizieren Sie? (Aussagen)
- WORAUF stützen Sie sich? (Nachweise wie Daten oder Zertifikate)
- WOFÜR kommunizieren Sie? (Ziele und Wirkung in der Region)